Nächster Halt: Melbourne!

Auf geht es nach Melbourne!… … „Nach Melbourne???“ – mögen jetzt sicher einige von euch denke.? Der Grund ist einfach: ich werde für meinen Arbeitgeber noch einmal arbeiten können und von dort aus in die USA genauer gesagt nach Houston fliegen.IMG_4960 Tja und damit hab ich mich auch IMG_4940 geoutet in welcher Branche ich so arbeite. Hier werde ich eine Messe besuchen die alljährlich dort stattfindet. Aber dazu später mehr! Nun liegt erst mal ein ähnlich hartes Stück Arbeit vor mir! Nämlich das Trainieren der Gesäßmuskeln für die lange Fahrt nach  Melbourne.

Da stand ich nun in Perth! Morgens um 6 Uhr klingelte auch schon der Wecker und riss mich aus meinen Träumen, die mit Hilfe von zwei Bierchen vorher eigentlich sehr ruhig waren! 🙂 Vor mir lag das erste und wohl langweiligste Stück. Denn genau diese ersten 700 Kilometer bin ich schon vor 5 Tagen gefahren als ich aus dem Outback wieder kam. Nun ja aber das ging auch noch schnell vorbei.IMG_4964IMG_4952 Ich hab mir am Vorabend noch schnell 3 Hörbücher runtergeladen. 🙂 Dann stand ich nach einem Tag dann endlich auf der Abbiegung zum Eyre Highway durch die Nullarbor Plain. Nun diese ist nichts anderes als eine Riese weite Fläche wo es eines im Überfluss gibt: nämlich Nichts! 🙂  Nullarbor heißt frei übersetzt „kein Baum“ wobei „kein“ diesen Begriff wohl nicht gerecht wird. Dieser endlos lange Highway streift die Nullarbor wüste lediglich. Dieses Winkel Australiens hat schon seit eh und jeh dem Reisenden seinen Respekt gezollt. Spätestens seit die Aussies in den 70er Jahren die gesamte Strecke durch asphaltiert haben, ist das Abenteuer auch den Flip-Flop Travellern wie mir zugänglich. 🙂 Nun ich würde ja gerne mehr Fotos reinstellen aber die Fotos sehen nun mal immer gleich aus! Leider sieht man auf dieser Strecke mehr tote Kängurus als lebende. Die springen ja mal gerne gegen Abend oder am Morgen aus dem Gebüsch vor die Autos. Ich wollte mir gar nicht ausmalen was wohl mit meinem Sledge passiert wenn der ein 100 Kilo Känguru rammt… Das könnte als ein beiderseitiger Totalschaden werden… Nun ja wird schon gut gehen. Das einzige Highlight war ein riesiger Adler der sich gerade am Straßenrand über ein totes Känguru hermachte.IMG_4950 IMG_4948Das Problem war er machte keine Anstalten wegzufliegen. In letzter Sekunde riss er seine Flügel auf und schwang sich kurz vor meiner Windschutzscheibe in die Lüfte. Wow war der Groß!!! Die beiden Flügelspitzen waren bald so weit auseinander wie mein Auto breit war! Gut das der nicht auf meiner Scheibe gelandet ist. Denn die Wucht des Aufpralls hätte ihn wohl direkt durch die Windschutzscheibe zu mir auf den Beifahrersitz befördert.

Dann eeeendlich hieß es „Goodbye Western Australia“ und „Hello Southern Australia“ nach der Grenze senkte sich die Sonne dann auch rasch immer tiefer und ich musste mir mal so langsam einen Schlafplatz suchen. Nach einer guten Stunde Ausschau auf dem Highway halten hatte ich es! Ein kleiner Parkplatz der schon von so einigen Campern als IMG_4968SchlafplatzIMG_4970 benutzt wurde. Dieser lag auch nur einen Steinwurf von den Klippen weg drum machte ich mich erst mal dahin auf um ein paar wirklich tolle Fotos zu machen. Die riesengroße Landmasse bricht hier abrupt ins Meer. Das ist schon ein echt toller Kontrast auf der einen Seite buschebene soweit das Auge recht und dann ein kurzer Schwenk und man guckt geradewegs über das die endlosen Weiten des Südpolarmeeres. Als es dann so langsam dunkel war begann wieder das tolle funkeln der Sterne… Schade dass ich diese geniale Aussicht nicht mit nach Hause nehmen kann!

Ein paar Stunden später hatte ich – eigentlich nur geträumt dass es regnet. Leider hatte ich da was verwechselt denn draußen gab es eine. Regelrechter IMG_5007IMG_4982Wolkenbruch aber irgendwie war ich trotzdem weit genug im Traumland dass ich den nur als lauen Schauer wahrgenommen habe. 🙂

5:45 – aufstehen! Ja richtig gelesen! Nun ja so früh aufstehen macht schon Sinn ich wollte noch einmal zu Klippenkante gehen und Ei gaaanz spezielles Foto einfangen. Und es hat geklappt! Als wäre es bestellt! Nun am Morgen ist hier auf der Nullarbor immer ein ganz leicht ablandiger Wind. Wenn die Wolken dann früh morgens noch tief hängen, schieben sie sich langsam auf die See heraus! Das sah echt genial aus! Die Wolken haben sich, als wäre es eine kleine Lawine langsam über die kannte ins tosende Meer 60 Meter tiefer ergossen! Dieser Anblick hatte fast etwas Magisches! Nach dem guten „ohne-geht-gar-nix-Kaffee“ ging es auch wieder zurück auf die Straße! 500 Kilometer IMG_45027_HDRspäter erreichte IMG_5137ich dann endlich wieder die ersten Städte. Hier habe ich dann habe ich nochmal 100 Kilometer abgerissen mit dem festen Vorhaben den ersten weg zum Strand zu nehmen und dort zu campen… Doch… Es kam keine! Ganze 109 Kilometer ging nicht eine Straße in Richtung Meer ab! Irgendwie wurde ich vom Pech verfolgt! Sollte ich etwa schon wieder im halbdunkeln ankommen und im Dunkeln kochen? Und im Halbschlaf essen? Nein nicht ganz! 🙂 nach den besagten 109 Kilometerchen fand ich dann endlich eine erst geteerte und dann übelste Schotterpiste an die mich dann holpernd zum Strand leitete! Dieser war dafür aber wieder einmal perfekt und wieder einmal muss ich sagen. Thomas, bleib hart und fahre weiter! Es lohnt sich immer! Auch hier stimmte es wieder einmal. IMG_5153

Nun auf so einer Strecke sieht man auch Traveller Gegensätze wie sie krasser nicht sein könnten!

Ich war gerade beim tanken irgendwo im nirgendwo, als ein paar Traveller auf die Tankstelle fuhren. Nichts Ungewöhnliches… ein Bulli ähnlich wie meiner nur mit einer etwas anderen Fracht! Aus diesem 2-sitzer Bulli schälten sich doch tatsächlich 6!  französische Traveller heraus um erst mal die Gliedmasen wieder richtig ein zu renken oder fluchtartig das Klo auf zu suchen. Nun das hatte schon was von dem Kalkutta-Express zum Ganges in der Rush Hour, wie die das aussah. Überall guckte irgendein Körperteil von irgendjemand aus dem Auto raus! 😉

Dann gibt es noch diese andere „Gruppe“ die ich schon des Öfteren auf den langen Strecken treffen durfte. Diese „Gruppe“ – ich nenne sie mal Aussie-Camping Enthusiasten, sind der Hammer! Dieser Typ Aussie würde jedem Camping Holländer die Ausrufezeichen ins Gesicht fräsen! Diese wirklich netten Aussies reisen etwas komfortabler: Am ersten Abend meiner Reise durch die Nullarbor durfte ich dann wieder so einen Aussie kennen lernen. Es war 17 Uhr und es wurde schon dunkel und ich stand schon fertig für den Abend am buschrastplatz als sich von der Straße wieder einmal ein bebenähnliches brummen andeutete und ein Lichtkegel den halben Himmel erleuchtete so dass man denken könnte der A380 von Quantas hätte sich wieder einmal verflogen und ist nun auf dem Highway notgelandet. Für gewöhnlich sind das die Road Trains die ja auch bei Nacht durchfahren da ja nichts und niemand sie denen in den Weg stellen kann. Weit gefehlt. Diesmal war es einer dieser Camping Enthusiasten. Auf dem Parkplatz bog ein Bus von einer Größe ein, wie wir ihn nur daheim von Kaffeefahrten zu Deutschlands wärmsten Heizdeckenoutlets kennen. Riesig war allein schon die Form dieses Teils und hatte wohl eine Aerodynamik wie schloss Neuschwanstein. 🙂 IMG_5160und hinter diesem – er könnte glatt als Road Train durchgehen-Buss, hing doch tatsächlich noch ein Anhänger mit einem Toyota Landcruiser drauf! Dass der Toyota sogar noch ein 6 Mann Boot auf dem Dach hatte wär mir schon fast nicht mehr aufgefallen, so sehr war ich baff! Hier wäre jeder Holländer mit seinem Wohnwagen wohl ein ganz jämmerlicher Vergleich gewesen. Im selben Moment als diese Masse zum stehen kam, fixierten auch schon Zylinder das Hotel am Boden und auf dem Dach klappte sich eine Satellitenschüssel heraus! Vorsichtig näherte ich mich diesem fahrendem Elfenbeinturm da in deren Nähe ein Mülleimer war in dem ich noch was abladen musste. Als die Tür oder besser gesagt die Tore dieser fahrbaren Villa sich öffneten und… Ich war kurzzeitig am überlegen ob ich mich mit den Worten  „ich bin unwürdig!“ zu Boden werfen sollte, verwarf es dann doch als ein australisches Pärchen im besten Rentenalter heraus trottete und sich die Beine vertrat. „ihr braucht doch keine Pause! Der Palast da hat doch sicher auch nen Autopilot!“ sagte ich nur nett zu denen beiden die sich auch köstlich über den Spruch amüsierten. Nach einem kurzen Smalltalk gingen die beiden wieder ihres Weges in ihren Elfenbeinturm auf 4 – nein 8 – sorry 12 Rädern wo wohl immer ein Sagrotan Tüchlein in greifbarer Nähe war und betteten sich zur Ruhe. 🙂

2 Minuten später kam dann auch unser Kalkutta-Express mit deren französischer Bevölkerung angewackelt und entlud seine Mitreisenden. 🙂 Diese ergossen sich dann auch schon über den Rastplatz und begannen indes hektisch damit ihre Zeltstadt aufzubauen… Aber immer in Sichtweite des herrschaftlich anmutenden Camping Enthusiasten, der wohl schon die die ersten Steaks aus der Bordkantine auf dem Teller hatte! 😉 Herrlich… 🙂 und ich saß da und genoss mit Barfuss im Sand ein kühles Bier aus meinem 50 Liter Eski und erfreute mich über diesen genialen Anblick. Sowas erlebt man nicht alle Tage… Wohl nur hier… Auf dem Weg durch das große australische… Nichts! Prost und gute Nacht!

Zu schade dass ich davon kein Foto gemacht habe ich werde sicherlich noch mal ein paar dieser Enthusiasten treffen! IMG_4988

In den nächsten Tagen führte mich die Straße dann über Adelaide wo ich schweren Herzens leider nur durchfahren konnte (keine Sorge ich komme wieder) über die langgezogenen kurven der Adelaide Hills gen Süden zum Meer. Ich wollte natürlich nicht die kürzeste Strecke nach Melbourne sondern die schönste und die ging am Meer entlang! Mehr gibt’s dann beim nächsten Mal! Bye!

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4 Responses to "Nächster Halt: Melbourne!"

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    Mario Vanella says:
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    bernd says:
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