Der Traveller-Alltag ;-)

Wie sieht er nur aus dieser Traveller Alltag? Für mich beginnt er recht früh mit einem leckeren Frühstück und einem Kaffee aus meiner Dampfkanne, der so stark ist als wäre dort eine ganze Kaffeeplantage drin. Der Alltag ist immer wieder ein schmunzeln wert, denn er ist die ständige Jagd nach einer kostenlosen Stromquelle, wenn der Sledge mal wieder nicht genug gefahren ist, um mein Krempel aufzuladen. Ganz egal wohin man auch geht, der Blick schweift ständig umher und scannt nur nach einer freien unbewachten Steckdose. Ist sie erst gefunden werden neben den Akkus, Laptops, Ipads, Iphones aufladen auch noch schnell ein weiterer Bericht online gestellt, sofern denn Empfang da ist.

 Das ständige anfahren von Tankstellen ist schon wie Zähneputzen zur Gewohnheit geworden. IMG_6118 Australien ist ein unglaublich riesiges Land und das tanken ist so alltäglich wie das Frühstück.  Die langen Strecken bewältige ich dann meist mit meiner besten Sledge-Modifikation. Den Speed-o-mat ich zeige mal nur diese Foto mit dem bescheidenen Hinweis dass genau wie das Steuer auch das Gaspedal in Australien rechts ist. :-))) wo die Bambusstange dann hingehört ist wohl klar. 🙂 

Beim Coles oder Woolies werden nur Großeinkäufe getätigt denn wenn man für mehr als 30 Dollar einkauft gibt’s den allseits beliebten Fuel Offer. Dann bekommt man bei Caltex oder Shell um die 4 Cent Rabatt pro Liter. Wundert mich, dass man das im „Geiz ist geil-Heimatland“ Deutschland noch nicht eingeführt hat!

 Alltagsreperaturen, von der Taschenlampe, der Kamera, der Windschutzscheibe, bis hin zum Auspuff wird alles irgendwie repariert. Just on the Road versteht sich, also mit dem was man hat, findet oder günstig im nächsten Baumarkt oder Roadhouse findet… 😉IMG_6117

 Auch passieren gelegentliche mini Katastrophen die wieder einmal dazu fuhren dass ich noch ein zwei graue Haare mehr bekommen hab, aber nun auch ein wenig entspannter bin. 😉

 Da wären einmal die nächtlichen Einbrecher.

Das ist mir in den Flinders Ranges widerfahren als ich mir überglücklich einen Sack Feuerholz aus dem Campshop mit brachte den ich dann am folgenden Abend gemütlich abfackeln wollte. Die Nacht über vernahm ich dann wieder einige Geräusche was nichts Ungewöhnliches in Australien ist. Tapst mal hier und da ein Känguru an meinem Sledge vorbei, oder ein Possum auf meinem Dach herum. Aber dieses Mal hörte es sich näher an… viel näher!! Nachdem ich mit der Taschenlampe einen prüfenden Schwenk Durch das Auto machte, saß hab ich mich doch ein wenig zu Tode erschreckt denn ich sah den langen Schwanz eines Tieres auf dem Regal aus dem Lichtkegel meiner Taschenlampe verschwinden. Binnen Millisekunden freute ich mich darüber dass es keine Spinne oder Schlange war. Es war eine Maus irgendwie haben die es geschafft in mein Auto zu kommen. Die Gedanken schossen wie eine Kugel durch den Flipperautomaten meines Gehirns bis ich die Lösung hatte. Der blinde Passagier hatten sich wohl über den Sack Feuerholz Zugang zu meinem Schiff verschafft. Ich beugte mich rüber auf die andere Seite der Matratze und guckte auf einmal zwei, nein vier – oh shit sechs Mäuseaugen! Die sich in der nächsten Sekunde in irgendeinen spalt flüchteten… MiceVerdammt! Und so schlief ich dann den Rest der Nacht nicht mehr… Raus jagen ging nicht denn draußen regnete es und drinnen gab es ja den Fresskorb an dem sie sich zu schaffen machten. Mit den ersten Sonnenstrahlen machte ich erst mal eine Hausdurchsuchung und krempelte das ganze Auto auf Links… Keine Spur von den Vierbeinern. Die kleinen Mistviecher haben dann auch einiges geplündert. „Nicht mit mir! Stuart Little kann mich mal!“ dachte ich und besorgte mir im nächten Ort eine Mausefalle… Die habe ich dann am Abend aufgestellt und habe schon wieder kein Auge zugemacht hatte ich doch auf jedes noch so kleine Geräusch geachtet. Aber die kleine Mäusefamilie war wohl in derselben Nacht noch getürmt! Also fürs nächste Mal den Sack Holz auf dem Dach festknoten… Oder das Holz erst auspacken! 🙂 Als ich dann einige Tage später im der winterlichen Kälte des Outbacks feststellte dass mir hunderte Mäuse um die Füße laufen, war ich schon irgendwie entspannter. Gleichzeitig wünschte ich mir die gefährlichen Schlangen aber auch herbei um das Problem zu lösen. Leider halten die hier gerade Winter sijesta…

 Der „Schlüssel“-Moment

Eines Morgens nach einer nicht durchzechten, aber eiskalten Nacht jenseits des Gefrierpunktes genoss ich die wärmenden Sonnenstrahlen des Outbacks. Ich machte vollzog mein morgendliches frühstücksritual und genoss den ruhigen morgen. Ganz in Gedanken packte ich meinen Krempel wieder zusammen und verschloss alle Türen bereit zur Weiterfahrt… Klack! Alle!!! Türen! Das klimpern in meiner Hosentasche erinnerte mich drei Sekunden zuvor noch dass mein Schlüssel wohl in der Hosentasche ist… Nach dem Griff in die besagte Hosentasche fühlten meine Hände keine Schlüssel. Sondern ein paar 10 Cent Münzen… Schlagartig drehte ich meinen Kopf und in derselben Sekunde schlug mein Kinn auf dem Boden auf denn ich sah meinen Schlüssel! – Auf dem Beifahrersitz! Erst wurde mir eiskalt… Dann warm, bis ich innerlich für ein paar Sekunden ausrastete! Meine Gedanken jagten einander wie wildgewordene Hunde. Ich rannte zum Kofferraum und hoffte dass ich wenigstens vergessen habe den zuzuschließen oder dass er sich mal wieder von selbst öffnete, wie er das schon ein paar Mal während der Fahrt getan hatte… Nein keine Chance ich war diesmal so gründlich gewesen und hatte alles abgeschlossen! Verdammt! Toll IMG_8323gemacht Tommi! Du hast dich von deinem Auto ausgesperrt, mitten im Outback! Na toll! Ein Blick auf das Handydisplay … Kein Netz! Okay also konnte ich auch nicht einmal meine RAC Mitgliedschaft endlich nutzen. Nun die hätten sich am Telefon auch sicherlich kaputtgelacht wenn ich denen erzählt hätte dass ich mich irgendwo zwischen Coober Pedy und Alice Springs aus meinem Auto hab aussperren lassen. Wie automatisiert scannte ich wie Terminator meine Umgebung… Keine Option… sagte mir der Hauptprozessor meines Gehirns als er einen kindskopfgroßen Felsbrocken vor mir scannte. Noch nicht… sagte ich zu mir selbst… 😉 Nach einigem hektischen ums Auto umhergehen erblickte ich ein kleines Stück Draht Kauf dem Boden liegen. Hinten am Auto hatte ich noch meine „Wäscheleine“ samt dem Made in China Karabinerhaken… Okay ein Karabinerhaken, ein wenig dünnes Seil und Draht. Also wenn McGyver aus einem Taschenmesser eine Atombombe bauen kann dann kann Thomas Kipker sicherlich mit den teilen sein eigenes Auto aufknacken… Ohje jetzt muss ich schon mein eigenes Auto knacken! Ein paar Minuten später hatte ich mitsamt des Karabinerhakens den ich in die Türecke einklemmen konnte und einem kleinen mini Seilzug den ich an einem Nahegelegenen Baumstumpf befestigen konnte es geschafft die Tür ein paar Millimeter aufzubiegen… Genug Millimeter dass der Draht zwischen durch passte. Diesen hatte ich vorher ebenfalls mit einer kleinen Schlinge versehen… Mit der einen Hand hielt ich also das Seil auf Spannung und mit der anderen friemelte ich den Draht um den  Türknopf! Zum Glück kam da gerade keiner vorbei sonst hätte der sicherlich das falsche gedacht! Noch ein paar Millimeter und paar Drehungen und Jawohl drüber über den Knopf vorsichtig ziehen uuuuund… Klick… Und die Tür war wieder auf! Der Stein, der wohl fast in der Scheibe gelandet wäre fiel mir nun von dem Herzen und ich ergriff meinen Schaaaaatz… Ähem Schlüssel und war endlich wieder frei. 🙂 Der Tag war gerettet! Nie wieder lässt du denen Autoschlüssel aus den Augen! Nie wieder! Seither habe ich immer ein wenig Draht irgendwo am Auto befestigt… Man kann ja nie wissen… 🙂

Tags: , ,

4 Responses to "Der Traveller-Alltag ;-)"

  • avatar
    Patrik says:
  • avatar
    Mario Vanella says:
  • avatar
    anja says:
  • avatar
    kadda says:
Leave a Comment