Frank der Gärtner

Eines Abends auf dem Weg zum Uluru hielt ich an einem Roadhouse für die Nacht an und parkte neben einem Netten Offroad Wagen der einen ebenfalls netten Fahrer hatte.  Wie so oft kam ich schnell ins Gespräch. Frank so hieß der gute Mann, reiste seit nunmehr 8! Jahren durch Australien! „Wow! 8 Jahre! Was macht man denn so in acht Jahren im Outback?“ fragte ich. „Ach hier und da hin reisen. Ich genieße meine Freiheit und fotografiere gerne und verkaufe meine Fotos dann!“ Und Schwupps hatten wir beide ein bestes Thema! Wir haben uns an seinem fahrenden zuhause zusammengesetzt und uns über die Fotografie hier unterhalten welch schöne Dinge es hier zu fotografieren gibt. Frank hat mir auch noch einige sehr interessante Dinge zu der Gegend hier gesagt und gab mir auch einige nützliche Tipps für das fahren auf den Dirt Roads! So saßen wir da unter der schummrigen LED Lampe seines Wagens und redeten über Gott und die Welt und verstanden uns prächtig! Ich zeigte ihm ein paar meiner Fotos und konnte ihm sogar noch Tipps geben wo er noch hin kann! Unglaublich! Ich gebe einem australischen super Camper noch Tipps! Was für eine Ehre! In seiner Heimatstadt nahe Melbourne kennt man ihn nur als Bushman! Zum einen weil er halt immer im Bush unterwegs ist. Er war aber auch einer der wenigen Australier die das Nummernschild „Bushman“ hatten. Hier in Australien kann man sich solche Nummernschilder machen lassen. Frank hatte sich dieses Nummernschild vor vielen Jahren gemacht. Dieses Nummernschild ist sehr selten, denn es ist, wie ein Nummernschild bei uns zuhause einmalig. (zumindest pro Bundesstaat soweit ich weiß). Eines Tages hat er dann sein Nummernschild bei Ebay für 8000!!! Dollar verkauft! Na das nenn ich mal einen Gewinn! Seither nennt Ihn jeder nur noch Frank the Bushman! Seither lebt er von seiner Rente und den verkauften Fotos und reist im Land umher – unabhängig von Straßen fährt er dahin wo gerade der Wind weht. Gespannt wie ein kleines Kind  lauschte noch die ganze Zeit seinen tollen Geschichten, wie er in den Kimberleys umherfuhr, mit dem Fahrrad Tasmanien eroberte und mit Auto durch den Busch jagte. Auch waren wir beiden uns einig dass wir alle doch tief in unserem Herzens Wanderer sind. So erzählte mir er die Geschichte wie seine Schwester, die an einem Hirntumor starb, wenige Stunden vor ihrem Tod ihm sagte, dass sie sie sich doch insgeheim immer gewünscht habe, wie er zu Leben – frei wie der Wind.

Als dann kurz vor Mitternacht unseren beiden Füßen dann doch langsam der Gefrierbrand drohte, packten wir uns beide schnell in unsere Wagen ein. Die Nacht ging dann auch so weiter wie sie sich angekündigt hatte. Eiskalt! Es dauerte noch einige Stunden biss meine Füße wieder so einigermaßen aufgetaut waren. Am Morgen war ich wieder früh wach und genoss erst einmal den wunderschönen Sonnenaufgang im Outback und ließ mich wovon den ersten Sonnenstrahlen des Tages wärmen. Ich nutzte die Ruhe kurz und bereitete mir meinen Muntermacher (dreifacher Espresso mit Red Bull) zu. Kurz danach war Frank wach und wir unterhielten uns noch eine Weile während die Welt noch zu schlafen schien „ich muss nun los. Drüben beim Mount Connor gibt es ein paar Sanddünen die im Morgenlicht einfach wundervoll aussehen!“ sagte er zu mir und so packte er seine Sachen zusammen und verschwand mit einem Lächeln in der Morgensonne.

Vielleicht sehe ich ihn irgendwann mal wieder. Als er so mit diesem zufriedenen Blick davon fuhr ertappte ich mich selber, wie ich doch ein wenig neidisch über ihn war!IMG_7196 Trotz dass er doch so wenig zu haben schien, war er doch reich wie ein König und überglücklich über den Schatz den er hat als so manch anderen hier auf reisen.

 Ich musste in diesem Moment an eine alte Geschichte denken die ich mal gelesen habe:

„Ein Mensch kann in seinem Leben zwei Dinge tun: Bauen oder pflanzen. Diejenigen die bauen brauchen manchmal Jahre um ihre Aufgabe zu erfüllen. Eines Tages aber ist ihre Aufgabe dann beendet. Dann sind sie untätig und die eigenen Wände schränken sie ein. Das leben verliert seinen Sinn wenn der Bau errichtet ist.Es gibt aber auch diejenigen die pflanzen. Sie leiden manchmal unter Unwettern, den Jahreszeiten und ruhen sich selten aus. Doch anders als ein Gebäude hört ein Garten nie auf zu wachsen. Und da er die Aufmerksamkeit seines Gärtners immer wieder fordert kann für denjenigen der pflanzt das Leben ein großes Abenteuer sein.“

Ich war mir sicher: Der gute Frank war ein Gärtner!

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5 Responses to "Frank der Gärtner"

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    kadda says:
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    Andre says:
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    Anne says:
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    anja says:
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    Jurek says:
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