Auto verkaufen in Darwin…

…einfacher wäre es wahrscheinlich gewesen einem Naturvolk zu erklären wer Dieter Bohlen ist… Doch wie kam es dazu? Nun als Julia weg war wusste ich auch nicht mehr so ganz wo es nun mit mir hingeht… Im Grunde genommen hatte ich nun 2 Möglichkeiten an die Ostküste und dort Arbeit suchen oder hier in Darwin Arbeit suchen…  Jobs gab es leider nicht besonders viele IMG_1057im Angebot. Ich hatte die Wahl zwischen Rikschafahrer oder Mangos pflücken. Beides konnte ich nur für ziemliche Hungerlöhne bekommen. Da hatte ich keine Lust drauf! Schade dass mein Roadhouse in der Nullarbor so weit weg war, sonst wäre ich am liebsten dort wieder hin gefahren! Nun nach ein paar Tagen des Überlegens habe ich dann alles verworfen und mich entschlossen meinen Sledge zu verkaufen.  Die Ostküste jetzt zu bereisen hätte bedeutet zunächst einmal in Darwin ein paar Monate zu arbeiten.  Das hätte für mich Stillstand bedeutet und das wollte ich nicht.  Da ich ja eine gaaanze Menge Geld in meinen lieben Sledge investiert habe gab ich zunächst meinen Wunschpreis ab. Also Anzeigen drucken und diese in allen Hostels in Darwin aufhängen und noch im Internet eine Anzeige geschaltet. Tja bis auf gut ein Dutzend Betrüger hat sich niemand gemeldet.  Betrüger? Genau!

 Ich hatte schon mal flüchtig was davon gehört aber die Story die diese Betrüger sowas von..  Naja sagen wir mal: weniger seriös. Üblicherweise läuft der Autokauf ja so ab: Backpacker 1 verkauft das Auto an Backpacker 2 mit Cash – Papierkram erledigen und gut ist. Anders hier: Ein gewisser Jack Long (der Name macht schon stutzig) meldet sich auf die Anzeige im Internet. Der gute Jack Long ist aber auf einem Kartografierschiff! im Indischen Ozean unterwegs. (Wow das ist mal exotisch) Aber es kommt noch besser: Dieser liebe Jack Long hat einen Sohn in Malaysia und würde ihm gerne das Auto zu seinem 18 Geburtstag kaufen. Das heißt das Auto müsste nach Malaysia (Was an sich schon total Banane ist). Jack Long  ist ein viel am arbeiten und auch weiterhin auf seinem Kartografierschiff und kann daher nicht beim Verkauf persönlich dabei sein. Dann kommt’s: Er würde das Geld mittels der Online Bank Paypal bezahlen und dann das Auto von jemanden abholen lassen! (Woooow! Alles für nen alten Campervan!) Anfangs dachte ich noch dass er mit der schönen Geschichte den Preis drücken will. Spätestens als dann von Paypal ins Spiel kam war alles klar. Ich habe in den nächsten Tagen noch ein gutes Dutzend  ähnliche Anfragen bekommen. Mal war der Käufer auf einer Bohrinsel, mal auf einem Schiff, oder auch mal bei der Armee. Hat mich gewundert dass keiner von denen Astronaut und gerade auf der ISS war! 🙂 Alles in allem eine gaaaanz billige Masche um Backpacker abzuzocken. Das schlimmere ist ja wohl die Tatsache das es anscheint ja wohl funktioniert sonst würde man ja nicht mit solchen anfragen bombardiert werden! 🙂 Wie auch immer musste ich den Preis in den Nächsten zwei Wochen immer wieder ein Stückl nach unten korrigieren weil sich keine gemeldet hat. Erst als ich bei einer Summe angekommen war die mich zum verzweifeln gebracht hatte, haben sich die ersten Backpackies gemeldet! Naja und die hatten es auch in sich! Dabei muss ich sagen dass mein lieber Sledge das Sahnestückchen auf Darwins Automarkt ist! Nur Zehn Jahre alt. Neuer Motor, alles intakt, regelmäßig gewartet und dass für einen Preis der Gerechtfertigt ist. Die meisten anderen Autos waren 15-20 Jahre alt hatten fast ‚ne halbe Million Kilometer runter und sahen so aus als wär dort drin eine Bombe explodiert. Nun ja die lieben Backpackies haben sich den lieben Sledge angeguckt, bei einigen gab es auch Testfahrten bei anderen sogar eine extra Inspektion auf deren Kosten! Aber keinen konnte er überzeugen. Ich hab danach immer eine SMS bekommen… der van gefällt uns. Für die Hälfte kaufen wir den! „F*** off“ kam dann nur noch als Antwort… Naja die versuchen halt so wenig wie es nur eben geht zu bezahlen. Aber so viel Geduld hatte ich ja noch, obgleich ich schon langsam am Verzweifeln war. Denn während dieser 2 Wochen konnte ich quasi nur eines machen: Schlafen, Schwimmen, lesen und Backpacker bequatschen. „Es gibt schlimmere Orte an denen man fest sitzen könnte“ hab ich zu mir immer gesagt und habe bis dahin die Sonne genossen. Komischerweise hat sich nur einmal ein Deutscher gemeldet. Sofort nachdem ich den Anruf entgegen nahm hörte ich nur ein Wort: „Deutsch?“ Was wäre wohl passiert wenn ich: „No Sorry Buddy“ gesagt hätte? Er hätte wohl aufgelegt. Der Deutsche (18 Jahre Blassbäckchen) hat sich den Van angeguckt aber eigentlich ein Kombi gesucht. (Logisch dass man sich dann Campervans angucken muss) Also war das auch nix..  Vielleicht hätte ich bei der Anzeige erwähnen sollen dass ich „englisch AND German“ spreche…  (*Ironiemodus wieder ausgestellt*) Wie auch immer war ich schon kurz vorm Durchdrehen als sich ein Irisches Pärchen gemeldet hatte. Die Beiden haben eine Testfahrt gemacht  und ich habe denen wie immer alles gezeigt. Und dann sagte der auf einmal.  Okay wir kaufen den Van! Juhuuuuu!!!!  Das war wie eine Erlösung für mich.

Drei Tage später hatte ich ein dickes Bündel Geldscheine in der Hand… Dann bin ich erst einmal in den Supermarkt gegangen um ein bissl was einzukaufen und da war er!!!  an er Kasse… der Deutsche! Vorweg muss ich sagen, dass es in Australien unter den Aussies ein Spielchen gibt… „Pick the German“ In den Letzten 5 Monaten hab ich bei diesem Spiel gerne mitgemacht… aber als getarnter Aussie! 🙂 Es ist in der Tat auch in Australien so, dass man die Deutschen doch ganz schnell erkennt! Spätestens wenn sie reden… 🙂 Auf jeden Fall hatte ich an dieser Kasse wieder einen German „gepickt“. Eine Dame die dort in der Reihe an der Kasse stand und ungeduldigst darauf wartete dass sie dran war.

Sie hatte nur ein Teil im Wagen. Die Selbstbedienungskassen wo man schnell bezahlen konnte kannte die Gute Dame wohl nicht. „Geht das nicht mal nen bissl schneller? Dröhnte sie mit Tiefst deutschen Englisch (oder denglisch) der Kassiererin entgegen… „Bloody stupid German“ hab ich nur gesagt…  Aber nur so laut dass gerade SIE es hören konnte! 🙂  „Was fällt ihnen ein?!“ klapperte sich mich an (wieder in denglisch) „Du bist Gast hier also benimm dich gefälligst auch so!!!“  sagte ich in Saubersten Deutsch! Von diesem Moment an war Funkstille und die Kassendame und ich lachten uns ein bissl ins Fäustchen. Also liebe Germans:  Immer freundlich sein… Naja das „Pick the German“-Spiel ist schon spaßig. By the way es gibt natürlich auch „Pick the french“ und „Pick the Irish“ Also wir Germans sind also nicht die Einzigsten. Ich wurde zum Glück bislang meistens für einen Kanadier gehalten!??!? Warum? Keine Ahnung!

So da stand ich nun da ohne Dach über dem Kopf… Was nun? Ins Hostel einbuchen und die nächsten drei Monate von Barhockern fallen? Nein… Mietwagen besorgt und ab ging‘s zum Flughafen…  Nach…..  Sydney!!!   Bis Später!!!!

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3 Responses to "Auto verkaufen in Darwin…"

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    Hosea says:
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    Etsuko says:
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